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Die Deutsche Raumfahrt Gesellschaft e.V. und die National Space Society

Die Deutsche Raumfahrtgesellschaft versteht sich bewusst als Mitglied der amerikanischen National Space Society. Eine Verbindung dieser Art ist bisher selten und nicht auf den ersten Blick naheliegend. Dennoch ist die Deutsche Raumfahrt Gesellschaft als selbständiger Verein den Zielen und der Tradition der National Space Society verpflichtet. Dieser Beitrag soll die Geschichte der National Space Society beleuchten und die Hintergründe dieser Verbindung darstellen.

Welche Ziele vertritt die National Space Society?

Die National Space Society ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die Bürgern aller Länder offensteht. Ziel ist die Bildung der Menschen im Bereich Raumfahrt und die Entwicklung der beinahe grenzenlosen Ressourcen unseres Sonnensystems sowie die Schaffung einer raumfahrenden Zivilisation. Zur Erreichung dieses Ziels versucht die National Space Society Interesse zu wecken für die Erforschung des Weltraums, für Forschungsarbeiten und für die Nutzung und Besiedelung des Weltraums. Sie tut dies durch die Ausrichtung von Konferenzen, durch Presseinformationen, durch Ausstellungen in Büchereien und Museen sowie durch Publikationen und andere Bildungsmittel. Die meisten Funktionen der National Space Society werden wahrgenommen durch ehrenamtliche Mitglieder. Die National Space Society ist organisiert in lokalen Chaptern.

Die Deutsche Raumfahrt Gesellschaft und die Organisation der National Space Society

Unsere Gesellschaft ist ein Chapter der National Space Society. U.a. aus rechtlichen Gründen entschieden sich die Gründungsmitglieder der Deutschen Raumfahrt Gesellschaft, die Mitgliedschaft zu teilen: Bis auf den Vorstand müssen Mitglieder der Deutschen Raumfahrt Gesellschaft nicht gleichzeitig Mitglied der National Space Society sein. Als Chapter sind wir Teil der internationalen Gemeinschaft und können somit an den Ressourcen der National Space Society teilhaben und uns auch einbringen. Die interessante und in den USA weitverbreitete Mitgliederzeitschrift "Ad Astra" ist daher leider in unserer Mitgliedschaft nicht enthalten. Bei Interesse werden wir diesen Punkt gerne nochmals aufgreifen.

Die Anfänge - Das National Space Institute NSI

Das Ende des größten Raumfahrtabenteuers der Apollo-Ära begann sich abzuzeichnen vor der letzten Mission der Apollo 17 im Dezember 1972. Die politische Unterstützung wie auch die Gelder für die wissenschaftlichen und technologischen Arbeiten waren stark rückläufig. Wernher von Braun, die treibende Kraft des Unternehmens Mondflug, erkannte, daß etwas getan werden mußte, um die Bedeutung der Raumfahrtaktivitäten und deren kontinuierliche Weiterführung im Bewusstsein der Menschen zu erhalten. Eine solche Organisation sollte hinreichend unabhängig sein, um alle Bereiche der NASA-Politik und deren Umsetzung kritisch zu beleuchten.

Die Deutsche Raumfahrt Gesellschaft e.V. und die National Space Society 2

1974 gründeten Harry S. "Terry" Dawson und sechs weitere Mitglieder das National Space Institute mit von Braun als Präsidenten, Hugh Downs als Vize-Präsidenten und Charles Hewitt als Executive Director. Als Wernher von Braun 1972 angesprochen wurde auf die Gründung eines National Space Institute, zögerte er zunächst. "Noch ein Redeverein", war seine unmittelbare Reaktion. Am Ende der Überzeugungsarbeit von Terry Dawson wurde von Braun 'bekehrt' - tatsächlich wurde er einer der aktivsten und erfolgreichsten Befürworter, die das National Space Institute jemals hatte.

 

Wernher von Braun spricht zu Mitgliedern als Präsident des NSI im Jahr 1974Rechts: NSI

Executive Director Charles C. Hewitt

Von Braun, der Sänger John Denver und die Fernseh-Persönlichkeit Hugh Downs im Gespräch zu Plänen während eines NSI-Treffens 1974.Während das National Space Institute eine erfolgreiche Präsenz im politischen Umfeld in Washington D.C. entwickelte, konnten zahlreiche neue Mitglieder gewonnen werden.Wernher von Braun starb im Jahre 1977.1982 entschied sich das National Space Institute, mit der erfolgreichsten Raumfahrtzeitschrift, Space World, zusammenzuarbeiten. Die Zeitschrift SPACE WORLD wurde die offizielle Publikation des National Space Institute.

 

 Die L-5 Society

Beinahe parallel zu der Entwicklung des National Space Institute gewann die L-5 Society an Popularität, deren Ziel die Schaffung von Lebens- und Arbeitsraum auf großen rotierenden Raumstationen mit künstlicher Schwerkraft und einer erdähnlichen Umwelt war.

Die Stationen sollten an den L-4 und L-5 Lagrange-Punkten errichtet werden, an zwei "stabilen" Punkten ohne Gravitation zwischen Erde und Mond. Die Idee wurde erstmals beschrieben von Arthur C. Clarke in dem Roman "A Fall of Moondust" von 1961 (dt. Titel "Im Mondstaub versunken"). Gerard O'Neill, ein Physik-Professor an der Princeton University, arbeitete seit 1969 an dieser Vision. Wachsendes öffentliches Interesse an dieser Idee und die Unterstützung durch den Präsidentschaftskandidaten und Kongreßabgeordneten aus Arizona, Morris Udall, mündeten in der L-5 Society.

Bildquellen:
(1) Dr. Ernst Stuhlinger, Frederick I. Ordway III, Wernher von Braun, Crusader for Space, Krieger Publishing Company, Malabar, Florida, USA, 1994, Nigel Calder, Spaceships of the Mind, The Viking Press, New York,USA, 1978




Von rechts nach links: Gerard O'Neill in Diskussion mit Mitarbeitern, Henry Kolm und Eric Drexler in den frühen 70'ern



Die Bernal Sphäre, eine Raumstation für 50000 Bewohner mit künstlicher Schwerkraft

 

Die National Space Society NSS

Die gegenseitige Anerkennung in den Zielen führte schließlich zu der Verschmelzung in eine gemeinsame Gesellschaft, der National Space Society im Jahre 1987. Zum Zeitpunkt der Verschmelzung wies das National Space Institute 12.000 Mitglieder auf. Die L-5 Society konnte sich auf etwa 10.000 Mitglieder stützen. Zahlreiche Namensvorschäge von Mitgliedern beider Gesellschaften engten eine nähere Auswahl des Namens auf National Space Society und Space Frontier Society ein. Die ausführliche Diskussion des Namens und die anschließende Mitgliederbefragung ergaben eine Mehrheit für die Bezeichnung National Space Society.Die National Space Society fand Unterstützung durch zahlreiche Persönlichkeiten aus unterschiedlichsten Bereichen, die Ihre Erfahrung im NSS Board of Governors einbrachten. Unter anderem gehörten 1987 dem Board of Governors an: Isaac Asimov, Frank Borman, Arhur C. Clarke, Capt. Jacques Cousteau,, John Denver, Sen. Barry Goldwater, Bob Hope, Robert McCall, Nichelle Nichols, Sen. Harrison Schmitt, Adm. Alan B. Shepard, James A. Van Allen,...Die Folgejahre sahen einen Ausbau der Informationen für die Mitglieder (u.a. in Unterrichtsmaterialien für Schulen, in Live-Übertragungen mit dem Space Shuttle am Telefon , in Internet-Informationen unter www.nss.org und nicht zuletzt in der neu benannten Mitgliedszeitschrift "Ad Astra") sowie in der Ausweitung der Zusammenarbeit mit anderen Raumfahrt-Organisationen bei gleichen Interessen.Nicht zuletzt durch diese Zusammenarbeit wuchs die Zahl der Mitglieder und der Chapter national und international weiter. Außerhalb der USA waren insbesondere die Chapter der National Space Society Australia nssa.com/au um die Information der Öffentlichkeit über Neuigkeiten in der Forschung des Weltraums und in der Raumfahrttechnik bemüht. Wir werden die Möglichkeiten dieser Gemeinschaft nutzen und versuchen, spannende Informationen über die in den Medien bekannten Tatsachen hinaus zu bieten.AD ASTRA - Auf zu den Sternen!IhrGerd Rauenbusch(stv. Vorsitzender der Deutschen Raumfahrt Gesellschaft DRG e.V.)

Inhalt:

DRG LAUNCHPAD

Dass die DRG eine wertvolle Wissensdatenbank zum Thema Raumfahrt ist, ist bereits über die europäischen Grenzen bekannt. Sogar aus Neuguinea (!), Neuseeland und aus Japan wird der Bereich "EasySpace" oft besucht.

> Neil Armstrong gestorben. Am 25. August 2012 starb Neil Armstrong, der erste Mensch, der 1969 den Mond betrat.

 

> 100. Geburtstag Wernher von Brauns! Frau Karen Thiel übergab die Grußadresse der Deutschen Raumfahrt Gesellschaft an Frau Iris Braun, Frau Jackie Dannenberg sowie an Vertreter der University of Alabama. Weitere Informationen unter SpaceEcho.

 

Quelle: Karen Thiel

> SEHENSWERT! Auf YouTube: Die ISS Space Station-Tour in HD! 55 Minuten allerbester Einblick in das Leben auf der ISS!

> DIE SENSATION! Die Deutsche Raumfahrtgesellschaft DRG e.V. bringt eigenes Material in den Orbit! An Bord der ISS wird das Material offiziell als "Flown Items" zertifiziert und filmisch sowie fotografisch festgehalten: DAS DRG SPACE MOVIE! Der schwerelose Beweis, dass die DRG im All war!

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