Kunstausstellung in Hamburg

Mit der Renaissance endete die Periode der Scholastik, einer Zeit, die für den naturwissenschaftlichenen Fortschritt fast bedeutungslos war.

Die nun aufkommende Herrschaft der Ratio hat sich seit dieser Zeit immer weiter gefestigt und mit der industriellen Revolution ihren ersten Gipfel erfahren. Im 19. Jhd. glaubten viel Menschen daran, daß die Naturwissenschaften eines Tages alle Rätsel der Menschheit lösen würden. Es ist hier nicht der Ort, nachzuzeichnen wie sich diese Geisteshaltung in der Kunst darstellte.

Es sei nur kurz darauf verwiesen, daß die Klassik mit ihren strengen Proportionen und Kompositionsregeln als eine Art wissenschaftliche Malerei betrachtet werden kann, die aber niemals die unumstritten herrschende Malform war, da sie sich immer in Konkurrenz mit der romantischen Schule befand. Ein Vergleich der Kunst Davids oder Ingres' mit der von Delacroix oder Böcklin könnte das leicht deutlich machen. Mit einer zunehmenden Rationalisierung der Lebenswelt durch die industrielle Revolution wurde im Gegenzug die Kunst immer unrationaler. Je stärker die "Wirklichkeit" nach objektiven wissenschaftlichen Regeln berechnet und manipuliert werden konnte, umso mehr Platz fand die Subjektivität in der Malerei.

 

 

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