1. Ein Denkanstoß

Zugegeben, das klingt ziemlich skurril. Manchmal helfen skurrile Fragestellungen aber, aus eingefahrenen Denkmustern auszubrechen. In diesem Artikel wird das Mondöl nur am Rande gestreift, es geht um den Iapetus, um andere Saturnmonde und vor allem um die Erde.Erdöl und Erdgas, das sind Kohlenwasserstoffe, die natürlich biogen entstanden sind, die kann es also nur auf der Erde geben? Das stimmt so nicht.Es gibt massive Hinweise für Kohlenstoff- und Kohlenwasserstoffvorkommen auf anderen Körpern des Sonnensystems. Und die sind mit großer Wahrscheinlichkeit nicht biogen, also durch Zersetzung von (mariner, tierischer) Biomasse entstanden.Die solare Urwolke, aus der unser Sonnensystem entstanden ist, enthielt ca. drei Prozent Kohlenstoff. Davon hat sich der allergrößte Teil bereits in der Frühzeit mit Wasserstoff zu diversen Kohlenwasserstoffen, aber auch mit Sauerstoff und Stickstoff zu Verbindungen wie Kohlendioxid oder Cyan-Komplexen zusammengeschlossen. In den sogenannten kohligen Chondriten, einer speziellen Klasse von Meteoriten, sehen die Astrophysiker uralte Relikte aus der Frühzeit des Sonnensystems, aus denen sich, ebenso wie aus der Elementverteilung des Sonnenspektrums, die Zusammensetzung der Urwolke ableiten läßt.Im Wesentlichen müssen die Planeten, Monde, Asteroiden und Kometen unseres Sonnensystems auch heute noch im Durchschnitt 3 % Kohlenstoffgehalt aufweisen. Dabei kann es durchaus Variationen zwischen innerem und äußerem Sonnensystem geben, aber nicht extrem große. Denn Kohlenstoff, vor allem wenn er Verbindungen eingegangen ist, weist ein relativ hohes Molekulargewicht auf, so daß der Lichtdruck der jungen Sonne ihn nicht so leicht nach außen fegen konnte wie den Wasserstoff oder das Helium.Im Allgemeinen wird aber angenommen, daß die inneren Planeten des Sonnensystems (Merkur, Venus, Erde, Mond, Mars) weniger reich an Kohlenstoffverbindungen sind als die Asteroiden oder Saturnmonde, Uranusmonde oder als die Kometen und die neu entdeckten KBO`s (Kuiper Belt Objects). Ich werde werde weiter unten postulieren, daß diese Annahme nicht unbedingt stimmen muß.Im äußeren Sonnensystem enthalten die Himmelskörper also (mit Ausnahme der Gasriesen Saturn und Jupiter), beträchtliche Mengen an Kohlenstoffverbindungen.Man geht bis jetzt davon aus, daß überwiegend Methangas, Methaneis und Methan-Wassereisgemische (Chlathrate) vorliegen. Auf dem Saturnmond Enceladus gibt es einen regelrechten Wasser / Methan-Vulkanismus. Dort kommt es regelmäßig infolge der gezeitenbedingten Aufheizung des Mondes zu Eruptionen von geschmolzenem Chlatrat-Eis. Diese rasch gefrierenden Ergüsse überfluten ganze Teile des Enceladus in so kurzen Abständen, daß es nicht zu einer Schwärzung durch kosmische Strahlung kommt.In diesem und ähnlichen Fällen passt das noch sehr gut in das herkömmliche Weltbild. Aber der Iapetus stellt ein Problem dar. Dieser zweitäußerste Saturnmond weist eine schwarze und eine weiße Seite auf. Das irritierte schon vor Jahrhunderten die Astronomen. Der Iapetus hat, wie unser Mond auch, eine gebundene Rotation, d.h. er rotiert so schnell wie sein eigener Umlauf um den Saturn ist. Damit wendet er dem Saturn immer die gleiche Seite zu und besitzt auch in Bezug auf seine Flugrichtung eine Vorderseite und eine Rückseite.

Die Vorderseite ist pechschwarz (Albedo 4 %) die Rückseite ist schneeweiß (Albedo 50 %). Zum Vergleich: Ruß hat 6 %, Neuschnee hat 80 %, Altschnee 50 -60 % Albedo.Seit geraumer Zeit gibt es zur Erklärung eine gängige und auf den ersten Blick schlüssige Hypothese. Phoebe ist daran schuld - denn Phoebe "schmutzt" .Dieser kleine, weit außen umlaufende, Mond soll durch fortwährende kleine Einschläge erodiert werden und deshalb eine dunkle Staubwolke absondern, durch welche der Iapetus dann hindurchfliegen muß. Das ist eine hübsche und keineswegs unsinnige Annahme, aber sie hat einige deutliche Schwächen. Der Bahnabstand zwischen Iapetus und Phoebe ist so groß, daß man die beiden nicht als Nachbarn bezeichnen kann. Wenn die Schmutzwolke so weit nach innen reicht, muß sie eigentlich auch andere Monde tangieren (zumindest Hyperion, Titan, Rhea, Dione).Die Cassini-Sonde hat nun kürzlich festgestellt, daß die Spektren von Phoebeoberfläche und Iapetus-Verschmutzung nicht identisch sind! Wie man auf dem Bild erkennen kann, ist nicht die ganze Vorderseite geschwärzt. Dies wäre so, als wenn eine Windschutzscheibe im Staubsturm nur zu 80 % zugestaubt würde. Man hat Berge entdeckt, die in der schwarzen Ebene liegen, aber hell sind! Ein Teil der Rückseite des Iapetus ist ebenfalls schwarz eingefärbt. Einige kleine Einschlagskrater im weißen Teil der Oberfläche zeigen schwarze Kraterböden. Aber eigentlich müßten im schwarzen Teil eher Krater mit weißen Böden vorhanden sein. Die gesamte Form der Schwärzung passt nicht zu einem "Fahrtwindeffekt", sie müßte geometrisch eindeutiger sein.Die Phoebestaub-Hypothese kann die beschriebenen Phänomene entweder gar nicht oder nur schwer erklären.

 

 

Erdölähnliche Masse

Aber wenn dies nun ein gigantischer Erguß von Kohlenwasserstoffen ist? Eine Art Ölprovinz sozusagen? Ein gewagter Vergleich, sicher. Die Umrisse der schwarzen Flächen sind zerfranst und weisen hier und da lobusförmige Ausbuchtungen auf. Wie kann denn aus dem Weltraum aufgesammelter Kohlenstoffstaub sich rings um den Fuß eines Berges anordnen, den Berg aber frei lassen? Eine, aus dem Inneren des Iapetus austretende, zähe, teerartige "Kohlenwasserstofflava" würde einen solchen steil aufragenden Berg aber umfließen.Wenn diese schwarze Zeug aber wirklich eine Erdölähnliche Masse ist, die natürlich anorganisch entstanden ist, dann könnte es ja auch auf anderen Himmelskörpern so etwas geben, nur nicht in so gewaltigem Ausmaß.Da wäre der Titan zu nennen, der in diesen Wochen so gründlich erforscht wird, daß wir jederzeit auf die tollsten Überraschungen gefasst sein müssen. Und es wurden tatsächlich kleine schwarze pock marks entdeckt, die vielleicht auf Kohlenwasserstoffaustritten beruhen. Auf dem Mars und auf einigen Asteroiden wurden ähnliche Phänomene gefunden. Und in diesen Monaten ist vom Mars-Express eine inhomogene Methan-Verteilung in der Marsathmosphäre gemessen worden - mit Korrelation zu vulkanischen Provinzen! Daraus würde folgen, daß Methan aus der Marskruste ausgast. Und bis auf Beweis des Gegenteils muß die wahrscheinlichere Ursache angenommen werden: nicht hypothetische Mikroorganismen als Quelle, sondern abiotisch entstandene Kohlenwasserstoffe.

 

Und auf dem Mond?Natürlich wurden dort keinerlei Hinweise dafür gefunden, daß fluide Kohlenwasserstoffe irgendwo ausgetreten sind. Wahrscheinlich gibt es auch im tieferen Untergrund keine solchen Anreicherungen, weil der Mond bei der extremen Aufheizung während seiner Entstehung vermutlich die meisten der flüchtigen Bestandteile ausgeschwitzt hat, so jedenfalls die gängige Auffassung der Wissenschaft. Aber: eine der Apollo-Missionen installierte auf dem Mond ein Analysegerät zur Messung des Molekulargewichtes von Gasen (austretende Gase, sowie Gase der unfaßbar dünnen Mondatmosphäre). Diese sogenannte Atmosphäre des ganzen Mondes wurde übrigens bei jeder Mission durch die Treibstoffemission des Landemoduls ca. verdoppelt!!Besagtes Instrument registrierte nun jedesmal kurz nach einem Mondbeben Austritte eines Gases mit dem Molekulargewicht 16. Daraufhin wurde sogleich apodiktisch festgestellt, es kann sich nur um Sauerstoff handeln, welcher im Untergrund vorhanden ist und bei den Erschütterungen der Mondkruste ausgetrieben wird, (wie ja bei Erdbeben auch immer Gase und Dämpfe austreten -Tiere merken das ganz deutlich!).Der Astrophysiker Thomas Gold (1920-2004) verspottete zu Recht diese Ansicht als chemischen Unsinn. Sauerstoff hat bekanntlich das Molekulargewicht 32, denn er tritt üblicherweise als O2 auf. Nur atomarer Sauerstoff, O, hätte das Gewicht 16. Also müßte atomarer Sauerstoff, der förmlich danach giert, Verbindungen mit anderen Stoffen, aber auch mit sich selbst einzugehen, sich einen Weg durch das Mondgestein bahnen. Thomas Gold meinte zu Recht, so ein Sauerstoffatom würde nur ein paar Zentimeter weit kommen. Aber was war es nach seiner Meinung dann?Warum nicht CH4, also Methan. Dieses Gas hat das Molekulargewicht 16, (12 + 4), das passt doch? Ein Beweis ist dies noch nicht, aber ein starkes Indiz. Trifft die Annahme zu, es gäbe Methan im Mondinneren, dann wäre dieses selbstverständlich anorganisch entstanden - aus den Komponenten der präsolaren Urwolke. Und es bestünde die Möglichkeit, daß auch noch längerkettige Kohlenwasserstoffe vorhanden sind, das wäre dann Mondöl. Aber bei dem tektonisch so matten und weitgehend ausgekühltem Mond können diese Fliuda eben nicht so gut aktiviert und nach oben getrieben werden wie auf dem Iapetus oder auf - der Erde.

 

 

Abiogenetische Theorie

Die Erde ist nun ein heikles Thema, hier wage ich mich als Geologe auf ganz dünnes Eis.Ich habe im Studium und bei der Arbeit auf Bohrtürmen gelernt, daß Öl aus zersetzter, überwiegend tierischer, Biomasse entstanden ist . Das steht auch in allen Lehrbüchern so, ist die Meinung der Erdölgeologen und muß deshalb stimmen. Leider folgt daraus, daß die meisten sowietisch-russischen und osteuropäischen Erdölgeologen Idioten sind oder waren, denn sie haben immer schon die abiogenetische Theorie vertreten, die bereits vom alten Mendelejew aufgestellt wurde.Nach dieser Theorie sind Erdöl und Erdgas anorganisch entstandene Urbestandteile der Erdkruste, ggf. sogar des oberen Erdmantels. Sie sind eine Mitgift aus der Zeit der Erdentstehung, eventuell inzwischen mehr oder weniger stark reduziert durch Ausgasung. Rein theoretisch könnten heute noch 3 % der Erdmasse aus Kohlenstoff und damit ca. 4 % aus Kohlenwasserstoffen und CO2 bestehen. Vier Prozent von 6 Trilliarden Tonnen, das sind 250 Trillionen Tonnen, also das 180 -fache der Wassermenge aller Weltmeere!Selbst wenn 99 % davon bei der Erdentstehung und in der Zeit seitdem, in den Raum entwichen wären, bliebe immer noch eine unfaßbar große Menge übrig, sie würde für fast eine Milliarde Jahre reichen - bei gegenwärtigem Verbrauch.Aber diese abiogenetische Theorie ist bisher nicht bewiesen, und es gibt auch genügend Interessenvertreter auf der Welt, die einen solchen Beweis gar nicht wünschen würden (Ölkonzerne, OPEC, Umweltschützer, Finanzminister - eine mächtige Koalition).Als einer der ersten in der westlichen Welt hat sich der bereits erwähnte Astrophysiker Thomas Gold, in den letzten drei Jahrzehnten seines Lebens der abiogenetischen Erdöltheorie verschrieben. Er war ein stets umstrittener und quer denkender Wissenschaftler - das spricht für Ihn. In England beteiligte er sich (als 19-Jähriger jüdischer Emigrant aus Wien), zu Anfang des Krieges an der Entwicklung des Radars und anderer Methoden der U-Bootabwehr. Nach dem Krieg wurde er Astrophysiker. Befreundet mit Fred Hoyle, wirkte er an der Konzeption der Steady State Theorie mit, welche von heutigen Kosmologen als falsch, aber keineswegs unsinnig bezeichnet wird.

Bisher war dies sein einziger wissenschaftlicher Irrtum, denn über die Erdölentstehung ist keineswegs das letzte Wort gesprochen. In diese Zeit fielen auch Th. Golds Arbeiten zur Lokalisierung des akustischen Sinnes beim Menschen, sie wurden verhöhnt und wütend bekämpft von der medizinischen Fachwelt - 44 Jahre später jedoch unwiderleglich bestätigt. Um 1960 postulierte Thomas Gold, daß die Mondoberfläche dick mit feinkörnigem Material (Mondstaub) bedeckt sein müßte. Das wurde von den Journalisten verlacht als unsinnige Panikmache, Astronauten müßten demnach bei der Landung versinken. Im Jahre 1969 wurde prompt der Regolith vorgefunden und niemand versank bei der Mondlandung. Aber Gold hatte dies ja auch nie behauptet.

Anfang der sechziger Jahre wurden die Pulsare entdeckt. Gold erklärte, es könne sich nur um schnell rotierende Neutronensterne handeln, die Material von benachbarten Sonnen ansaugen. Da dies völliger Unsinn sei, erhielt er auf einem Fachkongress nicht einmal 5 Minuten Redezeit zur Erläuterung seiner These. Neun Monate später wurde die Annahme von dritter Seite glänzend bestätigt, und ist seitdem die allseits anerkannte Ansicht über die Natur der Neutronensterne, aber es erfolgte keine Entschuldigung oder Rehabilitierung.

Der Fall wurde einfach mit Stillschweigen übergangen.

 

 

Argumente

Sein Buch, „Die Biosphäre der heißen Tiefe“ Edition Steinherz 2000, ist jedem naturwissenschaftlich Interessiertem zu empfehlen. Von seinen dort aufgeführten Argumenten scheinen einige zumindest bedenkenswert zusein:

- Diamanten sind eindeutig im oberen Erdmantel (150 km Tiefe) entstanden. Trotzdem enthalten sie Gaseinschlüsse, die nicht nur aus CO2 sondern auch aus Methan bestehen!

- Helium gibt es auf der Erde nur in geringem Umfang. Die geringen Spuren dieses Edelgases, die in der Erdkruste und im Erdmantel vorhanden sind, stammen aus der eingangs erwähnten Grundausstattung der Erde, als sich der Planet aus der solaren Urwolke bildete. Es ist vor allem in großen Tiefen zu finden, der Heliumgehalt der Athmosphäre und der oberflächennahen Sedimente ist extrem gering.

- Warum ist die Heliumkonzentration in erdölhaltigen Gebieten dann bis zu hundertmal größer als in Nachbargebieten? Kann dies als Hinweis gewertet werden auf den Aufstieg der Kohlenwasserstoffe aus sehr großen Tiefen, wobei u.a. Helium 4 und Helium 3 mitgeführt werden?

- Alle bisherigen Versuche, Erdöl synthetisch aus organischem Material "zusammen zu kochen" sind gescheitert.

-  Bei vielen Vulkanausbrüchen wurden gigantische Flammenerscheinungen beobachtet, die auf enorme Methanaustritte zurückzuführen sind. Dieses Methan ist mit Sicherheit nicht biologischen Ursprungs.

- Die im Erdöl enthaltenen organischen Moleküle und Zellbestandteile können von der abiogenetischen Theorie ebenfalls erklärt werden und stellen somit kein Paradeargument gegen sie dar. Thomas Gold geht nämlich von einer zweiten, tiefreichenden Biosphäre aus. Diese sei erdgeschichtlich aber älter als unsere, auf Sonnenlicht beruhende, Biosphäre. Die tiefe Biosphäre soll aus thermophilen und hyperthermophilen Mikroben bestehen, die bis in 10 km Tiefe leben und ihre Energie aus der chemischen Umwandlung der aufsteigenden Kohlenwasserstoffe beziehen (und diese dabei biologisch konta-minieren). Ob diese Hypothese wirklich stimmt, soll hier nicht erörtert werden. Tatsächlich sind Einzeller aber bereits in sehr großen Tiefen (5 km) und bei ungemütlich hohen Temperaturen gefunden worden.

- Und Öl ist auch in Tiefen und in Gestein erbohrt worden, wo es das definitiv gar nicht geben darf. Thomas Gold konnte 1983 die schwedische Energiebehörde davon überzeugen, eine Tiefbohrung in einem uralten Einschlagskrater, dem Siljan Ring, niederzubringen. Dort war vor 380 Millionen Jahren ein sehr großer Körper eingeschlagen und hatte einen 52 km großen Krater erzeugt. Der alte schwdische Granit, der die Basis aller Gesteine in Mittel- u. Nordschweden bildet, war dadurch extrem fragmentiert, d.h. von tausenden Klüften durchzogen. In diesen tiefliegenden Granit wurde nun hineingebohrt, weil seit altersher Methan und Schweröl in diesem Bereich registriert worden sind. Die Wikinger teerten damit ihre Boote, und aus Trinkwasserbrunnen kam Methan, was vor Jahren einmal dazu führte, daß ein Bauer mit dem Streichholz seinen Wasserhahn entzünden konnte. Immerhin war es möglich, daß die Kohlenwasserstoffe aus den dünnen oberflächennahen Sedimenten, die rings um den Granitkomplex noch anstehen, zuströmen. Aber die Schweden fanden in 6000 m Tiefe, mitten in dem riesigen Granit-Pluton Öl, b.z.w. ein Öl-Magnetitgemisch, sowie Methan, Wasserstoff und Helium. Es war nicht viel, nur 84 Barrel, aber immerhin, nach der im Westen geltenden Theorie dürfte es dort keinen einzigen Tropfen geben.

Zuletzt soll noch die im mittleren Osten und in den USA gemachte Beobachtung erwähnt werden, daß sich, seit langem erschöpfte, Ölfelder nach z.B. 20 Jahren Ruhezeit wieder aufgefüllt haben! Dies ist noch kein schlagender Beweis für einen vertikalen Aufstieg von Kohlenwasserstoffen aus der Tiefe, sollte aber zu denken geben.

 

 

Neues Licht auf die Frage der Öl- u. Gasvorräte

Inzwischen findet aber in den USA eine Diskussion unter Wissenschaftlern statt, und die abiogenetische Entstehung von Erdöl findet dort erste Befürworter. Der Ausgang des Streites ist offen, aber wenn tatsächlich die Kohlenwasserstoffe unseres Planeten nichtbiologischen Ursprungs sind, dann wäre dies scheinbar eine Sensation. Dieser Fall würde ein völlig neues Licht auf die Frage der Öl- u. Gasvorräte werfen, die nach Gold dann viele hundertmal oder noch größer sind, als bisher angenommen. Auch die Frage des sogenannten Treibhauseffektes würde anders beleuchtet, weil dann sicher davon auszugehen wäre, daß in der Erdgeschichte bereits Billionen und aber Billionen Tonnen Methan in die Athmosphäre ausgetreten sind, ohne daß sich die Erde in eine Treibhaushölle verwandelt hat. Die Sensation wäre aber nur eine scheinbare, denn die Erde wäre in Bezug auf ihre Kohlenwasserstoffe nun ganz normal einzureihen in die Gruppe der anderen Himmelskörper, wobei wir am Schluß wieder beim Iapetus, Titan und beim Mond wären. Der Mond ist ein exellenter Bergbauplanet und ideale Startbasis für eine großangelegte Erschließung des Sonnensystems. Man wird dort u.a. Titan, Eisen, Glas, Aluminium, Silizium und Wasser erzeugen können. Dabei könnten örtliche Kohlenstoffvorkommen sicher hilfreich sein. Durch die Erzeugung von Metall-Carbonylen, in erster Linie Eisencarbonyl, könnten die metallurgischen Verfahren entscheidend vereinfacht werden (MOND-Prozess, entwickelt 1890 von Ludwig Mond). Dabei wird der Regolith bei 100 bis 200 Grad Celsius einer Hochdruckatmosphäre aus CO (Kohlenmonoxid) ausgesetzt. Dabei bilden einige Metalle flüssige Verbindungen, die dann fraktioniert und schichtweise in Gußformen abgelagert werden. Beim Abkühlen entweicht das CO, wird wieder in den Kreislauf eingeführt und ein Gußstück aus reinem Eisen bleibt übrig. Aber sicher wird es niemals Ölbohrtürme auf dem Mond geben. Jedoch kategorisch auszuschließen, daß es dort im Untergrund Spuren von Methan und Chlatraten, bzw. teerartigen Substanzen geben könnte, ist unwissenschaftlich. Denn vom Mond wissen wir kaum mehr, als Kolumbus an seinem Lebensende von Amerika wußte. Also, nichts wie hin, und zwar dauerhaft.

 

Autor: Michael Boden

^