3. Nullpunkt-Energie

Ein Schritt zur Kontrolle von Schwerkraft- und Trägheit durch Elektromagnetismus ist über die Nullpunkt-Energie, auch Quantenfluktuation genannt, denkbar. Die Nullpunkt-Energie beschreibt den niedrigsten Energiezustand des leeren Raums, zufällige elektromagnetische Schwingungen. Offenbar ist auch ein Zusammenhang mit der Schwerkraft und der Trägheit vorhanden.

Wenn es möglich ist, die Nullpunkts-Energie zu nutzen, könnte die Kontrolle der Schwerkraft in der Tat Realität werden und am Anfang eines Antriebs zu den Sternen stehen!

Hierzu ein Gedankenexperiment: Stellen Sie sich ein Vakuum vor, ohne Materie, ohne Licht / Strahlung, ohne Wärme, vollkommen leer. Dennoch lässt sich experimentell zeigen, dass immer noch Energie vorhanden ist! Bezogen auf die noch vorhandenen Strahlung, ergibt sich bei Addition aller Frequenzen des sichtbaren und nicht sichtbaren Lichts die enorme Energiemenge von 10^36 bis 10^70 J/m^3 (Joules / Kubikmeter). Eine Erklärung für diese Energie ist die Unschärferelation der Quantenphysik, die einen absoluten Null-Energiezustand nicht zulässt. Weshalb ist diese Energie in unserem Leben nicht wahrnehmbar? Wir befinden uns sozusagen auf einem wesentlich höheren Energieplateau, unserer Null-Ebene, so dass der niedrigstmögliche Energiezustand, die Nullpunkt-Energie, sich nur im Mikrokosmos bemerkbar macht, so zum Beispiel in den Van der Waal - Kräften und im Casimir-Effekt.Casimir-EffektLetzterer soll wegen seiner Bedeutung für den Nachweis der Nullpunkt-Energie vereinfacht beschrieben werden. Wenn zwei Metallplatten im absolut leeren Raum so nahe zusammenliegen, dass die Wellen des Lichts zu groß sind, um in den Spalt einzudringen, müsste die Strahlung aus dem Nichts, die Nullpunkt-Strahlung, die Platten zusammenpressen. In der Tat ist dieser Effekt im Experiment beweisbar!

 

 

Quantenfluktuation - Ursache von Schwerkraft und Trägheit?

Wenn auch der experimentelle Nachweis noch aussteht, bestehen deutliche Hinweise, dass die Quantenfluktuation (gleich Nullpunkt-Energie) die Ursache von Schwerkraft und Trägheit sind. Bereits Sakharov schlug 1967 vor, dass die Schwerkraft aus Veränderungen in der Nullpunkt-Energie des Vakuums resultieren könnte. Die ersten bahnbrechenden theoretischen Arbeiten wurden ab 1989 von Haisch, Rueda und Puthoff verfasst: - Gravity as a Zero-Point-Fluctuation Force, Puthoff, H.E., Physical Review A, Ausg. 39, Nr. 5, März 1989, S. 2333- Inertia as a Zero-Point-Field Lorentz Force, Puthoff, H.E., Rueda, A., and Haisch, B., Physical Review A, Ausg. 40, Nr. 2, Februar 1994, S. 678Die Original-Artikel sind nicht kostenfrei erhältlich, jedoch sind eine gute Zusammenfassung des Themas verfügbar, Inertia Gravity Zero Point Fluctuation  und ein neuerer Artikel der Physiker Haisch und Rueda, die das Thema zusammenfassend behandeln (2 Links):Haisch, RuedaAn Electromagnetic Basis for Inertia and GravitationIn kurzen Worten besagt das Nullpunkt-Energie-Modell der Trägheit,- dass ein sich uniform bewegender Körper keine Kräfte erfährt,- dass auf den beschleunigten Körper eine Kraft proportional zur Beschleunigung einwirkt(im klassischen Modell aus der Trägkeit resultierend, 2. Newtonsches Axiom),- dass die wahre Ursache der Krafteinwirkung auf einen beschleunigten Körper in der Quantenfluktuation liegt.Seit kurzem existieren erste Hinweise, dass sich die Nullpunkt-Energie durch sogenannte (Casimir-) Kavitätsstrukturen nutzen lässt. Im Bereich der Quantenkavitäts-Elektrodynamik wird bereits über die Nullpunkt-Energie auf den Emissionsgrad von Atomen Einfluss genommen. Haroche, S., Raimond, J.-M., Cavity Quantum Electrodynamics, Sci. Am., S.54, April 1993Selbst bei experimenteller Bestätigung aller Aspekte ermöglichen diese Theorien noch keine direkte Form des Antriebs. Jedoch legen die Zusammenhänge und die Messbarkeit des Casimir Effekts wie beschrieben nahe, dass die Quantenfluktuationen und somit Schwerkraft und Trägheitskraft durch technische Mittel veränderbar sind.

 

 

Läßt sich die Nullpunkt-Energie nutzbar machen?

Die Nutzbarmachung der Quantenfluktuationen würde für die Energiegewinnung eine Art Heiligen Gral darstellen. Erinnern wir uns: Die Nullpunkt-Energie ist zwar für unsere Verhältnisse unvorstellbar hoch, beschreibt jedoch den nach jetzigem Verständnis niedrigsten Energiezustand des leeren Raums. Wenn wir Energie entnehmen, müsste sich ein noch niedriger Energiezustand einstellen! Erinnern wir uns ebenfalls an den Casimir Effekt: Zwei Metallplatten im absolut leeren Raum werden zusammengepresst, wenn der Spalt zwischen den Platten kleiner ist als die Wellen des Lichts. Theoretisch ließe sich Arbeit verrichten, jedoch läge der Raum innerhalb der Casimir-Kavität auf einem niedrigeren Energieniveau.Andererseits existieren bereits Vorgänge in der Natur, die genau diesen Effekt nahe legen:

  • die zusätzliche Energieerhöhung kosmischer Strahlung,
  • als Quelle der Energieausbrüche von Supernovae und
  • deren Gammastrahlungs-Ausbrüche.

Der experimentelle Nachweis der Energienutzung steht noch aus. Mehrere Vorschläge sind jedoch bereits formuliert. Ein Vorschlag ist die Beschleunigung von Protonen in einer kryogenisch gekühlten kollissionsfreien Vakuumfalle durch Mechanismen der kosmischen Strahlung.

Forward, R.L., Mass Modification Experiment Definition Study, Phillips Laboratory Report PL-TR-96-3004, Air Force Material Command, Edwards AFB, CA 93524-5000 (Feb 1996), Nachdruck in Jour. Sci. Exploration, 10, S.325, 1996

 

 

Nullpunkt-Energie - Grundlage eines Raumantriebs?

Wie zuvor beschrieben ermöglichen die bisherigen Theorien noch keine direkte Form des Antriebs, legen jedoch die Veränderbarkeit von Schwerkraft und Trägheitskraft durch technische Einflussnahme auf die Quantenfluktuationen nahe. Der Physiker G. Millis schlägt vor, asymmetrische Wechselwirkungen der Nullpunkt-Energie für einen Raumantrieb zu nutzen. Das Resultat sind 7 hypothetische Antriebe, die vollkommen ohne Treibstoff auskommen.

www.grc.nasa.gov/WWW/bpp/TM-107289.htm: G. Millis The Challenge to Create the Space Drive_Millis.pdf

 

 

Antriebe 1: Differential-Segel und Dioden-Segel

Differential-Segel

Nach dem Prinzip des Windmessgeräts, einem Flügelrad, existiert ein Netto-Strahlungs-Druckunterschied aus der Quantenfluktuation zwischen der reflektierenden und der absorbierenden Seite.

Dioden-Segel

Analog einer Diode oder einem einseitigen Spiegel dringt die Strahlung der Quantenfluktuation von einer Seite hindurch und wird von der anderen Seite reflektiert, so dass sich ein Netto-Strahlungs-Druckunterschied ergibt.

 

 

Antriebe 2: Induktionssegel, Diametrischer und Gradienten-Antrieb

Alle nachfolgenden Antriebsverfahren benötigen eine Manipulation der Quantenfluktuation zur Veränderung der Endergiedichte oder der Eigenschaften des Raums.InduktionssegelHinter dem Segel wird die vorwärtstreibende Energiedichte erhöht, vor dem Segel erniedrigt, so dass sich im Vergleich zum Dioden-Segel ein wesentlich höherer Netto-Strahlungs-Druckunterschied ergibt.Diametrischer AntriebDurch am Raumschiff gegenüberliegende Positionierung diametrisch gegensätzlicher Feldquellen lässt sich vielleicht ein lokaler Unterschied in den Skalareigenschaften des Raums aufbauen (z. B. ein Gradient im Schwerkraftpotential). Die Funktionsweise entspricht dem eines Antriebs durch negative Energie. Im Prinzip wird also das Potential einer Druckquelle und eines Druckablaufs im Raum erzeugt ähnlich dem Induktionssegel.

 

Prinzip des Diametrischen Antriebs

 

Die Punktquellen des Schwerkraft-Antriebs würden eine variable Krümmung des Raums erzeugen.

 

Gradienten-Antrieb

Durch Erzeugung eines lokalen Übergangs im Skalarpotential des Raums (z. B. ein Verlauf des Schwerkraftpotentials) werden Kräfte auf das Raumschiff ausgeübt. Der Vorteil dieses Konzepts beruht auf der Vermeidung zweier Punktquellen, wie sie der diametrischen Antrieb erfordert. Jedoch existieren noch keine theoretischen Ansätze, wie ein solcher Übergang zu erzeugen wäre.

 

 

Antriebe 3: Asymmetrie-Antrieb und Trennungsantrieb

Asymmetrie-AntriebDie Eigenschaften des Raums selbst werden verändert, wie durch asymmetrische Veränderung der Gravitationskonstante g, um einen lokalen kraftausübenden Gradienten analog dem Gradienten-Antrieb zu erzeugen.Der Gradient erzeugt mathematisch eine Singularität, weshalb es unmöglich ist, eine qualitative Berechnung der resultierenden Beschleunigung durchzuführen.

 

TrennungsantriebGrundlage dieses Konzepts ist die Annahme, dass die Quelle eines Feldes und der Reaktionspartner voneinander getrennt werden können, die Beeinflussung also unterbunden werden kann. Durch die getrennte Positionierung im Raum würde sich der der Reaktionspartner an einen Ort befinden, an dem das Feld einen Übergangsgradienten aufweist und auf diese Weise Reaktionskräfte zwischen der Quelle und dem Reaktionspartner erzeugt.

 

 

Die derzeitigen Erkenntnisse legen nahe, daß Feldquellen, Reaktionspartner und Impulsmasse eine untrennbare Einheit bilden. Falls die Zukunft andere Erkenntnisse bringen sollte, würde dies revolutionäre Folgen für die Anwendungen eines Raumantriebs bringen

 Antriebe dieser Art würden neben der (lokalen) Begrenzung auf die Lichtgeschwindigkeit ein zweites Naturgesetz nicht verletzen, die Impulserhaltung bzw. das Trägheitsgesetz.Als Trägheit wird das Beharrungsvermögen einer Masse bezeichnet, sich einer Beschleunigung oder einer Änderung seiner gegenwärtigen Bewegung zu widersetzen. Jedermann kennt dieses Beharrungsvermögen, wenn man auf dem Fahrrad stark beschleunigt, oder abbremst... Eine Änderung dieses Zustands ist nur durch eine Kraft möglich. Im freien Raum ist eine Reaktionsmasse erforderlich, gegen die sich ein Körper abstoßen kann, um Kraft zu erzeugen Impulserhaltung). Eine Rakete nutzt hierzu heiße expandierende Gase, die mit hoher Geschwindigkeit ausgestoßen werden (Rückstoßprinzip).Bei einem Antrieb, der die Schwerkraft kontrolliert, würde die Raumzeit selbst die "Reaktionsmasse" darstelle.

 

 

Ausblick

In neuester Zeit wurden kleinste mesoskopische selbstorganisierende Elektronenansammlungen, sogenannte EVOs (Exotic Vacuum Objects), mit über 100 Milliarden Elektronen beobachtet. Obgleich EVOs zum Teil durch das elektromagnetische Feld abgelenkt werden, zeigen experimentelle Untersuchungen durch Shoulders und theoretische Arbeiten von Sarfatti, dass die Beschleunigung und die Selbstorganisation vermutlich durch Krümmung der Raumzeit hervorgerufen wird, ausgelöst durch eine Nullpunkt-Feld-Verteilung übe die räumliche Ausdehnung der Erscheinung.

Diese Arbeiten scheinen die erste direkte Beobachtung eines Antriebs darzustellen, erzeugt durch das Nullpunkt-Feld.

Shoulders, Propulsion by Zero Point Quantum Pressure 

Der nachfolgende Beitrag untersucht weitere Antriebskonzepte durch Veränderung der Raum-Zeit-Metrik, die den Weg zu den Sternen ebnen könnten.

 

Autor: Gerd Rauenbusch

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